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last update 17.02.2011
Lagerhalle Mülheim

Dezember 1993
Im Winter 1993/1994 fanden sich erstmals die späteren Vereinsgründer zusammen. Sie waren betroffen von den Lebensumständen obdachloser Menschen auf den Straßen unserer Stadt, wie sie sehr plastisch in einer Artikelserie „Obdachlosigkeit in Köln“ des Kölner Stadtanzeigers geschildert wurden. Aus der Betroffenheit folgte der Impuls zu helfen und sich für und mit obdachlosen Menschen zu engagieren. An die Gründung eines Vereins dachte damals niemand.

Juli 1994
Erst auf Anregung eines Vertreters des Wohnungsamtes der Stadt Köln, wonach die Stadt Köln mehr Wohnraum für obdachlose Menschen bereitstellen könnte, wenn es mehr Träger der freien Wohlfahrtspflege gäbe, gründeten diese Kölner Bürgerinnen und Bürger im Juli 1994 den Verein Bürger für Obdachlose e.V

Suppenküche am Appellhofplatz

1994
Als erstes beteiligte sich der Zusammenschluss Kölner Bürgerinnen und Bürger und der spätere Verein Bürger für Obdachlose mit vier anderen sozial engagierten Vereinen an der Suppenküche am Appellhofplatz. In den vorausgegangenen Jahren hatte sich dort ein Treffpunkt für Obdachlose entwickelt. An vier Werktagen wurde abends ab 21:00 Uhr eine warme Mahlzeit, Getränke, Brot und Obst verteilt und gleichzeitig ambulante medizinische Hilfe geleistet. Der Verein übernahm in zwei Gruppen den Montagabend und kochte bei der emmaus-Gemeinschaft Eintöpfe, Nudelgerichte, Kaffee und Tee für ungefähr 70 bis 100 Personen. Anfangs brachten wir noch Schlafsäcke und warme Kleidung mit, so versuchten wir, die Not der Menschen etwas zu lindern und ihr Bedürfnis nach Begegnung und Gemeinschaft zu befriedigen. Einige weitere aktive Mitglieder ermöglichten neue Projekte: Ein Frühstück am Sonntagmorgen mit belegten Broten, gekochten Eiern und warmen Getränken. Andere organisierten Weihnachtsfeiern am dritten Advent mit selbstgebackenen Leckereien. Mit diesen Projekten und der großen Unterstützung durch die emmaus-Gemeinschaft gelang es uns, Kontakte zu Obdachlosen und ihren Problemen zu finden.

2006
Auch heute besteht die Suppenküche am Appellhofplatz weiter und drei Vereine (Bürger für Obdachlose e.V., emmaus Gemeinschaft in Köln e.V., Katholische Arbeitnehmerbewegung Nippes) warten montags, mittwochs, donnerstags und freitags mit Eintöpfen, Nudelgerichten, Obst und warmen Getränken auf. Mittlerweile hat sich der Appellhofplatz an diesen Abenden zu einem szenenahen Treffpunkt von Obdachlosen, Wohnungslosen und Bedürftigen untereinander und mit engagierten Bürgern entwickelt.

BfO-Wohnprojekte

Dezember 1994
Das am 1. Dezember 1994 in Verbindung mit dem Wohnungsamt der Stadt Köln gegründete Wohnprojekt stellte den ganz praktischen Versuch dar, zusammen mit obdachlosen Menschen eine Änderung ihrer allgemeinen Lebensumstände zu beginnen.Zunächst nutzte unser Verein in der Zeit von Dezember 1994 bis Oktober 1997 zwei kleine, für den Abriss bestimmte Häuser in der Frohnhofstraße in Köln-Ossendorf zur Unterbringung von bis zu 8 Personen. Insgesamt neun vormals obdachlose Männer konnten hier untergebracht werden.

November 1997
Nach den in Köln-Ossendorf gemachten guten Erfahrungen des Wohnprojektes beschloss der Verein, auch nach dem Abriss der Häuser in Ossendorf das Wohnprojekt weiterzuführen. Nach intensiven Bemühungen gelang es, ab November 1997 in der Genovevastr. 6 in Köln-Mülheim ein viergeschossiges Wohnhaus anzumieten, mit einer Monatsmiete in Höhe von 7.000 DM. Erdgeschoss und erste Etage wurden in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt der Stadt Köln und einem weiteren Träger zur Unterbringung von Müttern mit Kindern genutzt. Die weiteren Etagen dienten dem Wohnprojekt des Vereins und boten Platz für bis zu 14 Personen.
Neben dem Bemühen um Unterbringung obdachloser Menschen wurden die Bewohner des Wohnprojektes in Begleitung von Vereinsmitgliedern angehalten, ihre persönlichen Angelegenheiten zu ordnen (Papiere, Versorgung durch das Sozialamt usw.). Darüber hinaus bemühte sich der Verein in Zusammenarbeit mit dem Wohnungsamt, den betreffenden Personen bei der Suche und Vermittlung von Dauerwohnverhältnissen behilflich zu sein.
Insgesamt wurden seit Bestehen des Wohnprojektes 37 Personen vom Verein untergebracht und zum größeren Teil in eigenen Wohnraum vermittelt.

2002
Das Wohnprojekt in Köln-Mülheim erforderte die gleichzeitige Betreuung von 13 Personen, deren Sorgen und Probleme wir uns intensiv annahmen. Neben einer starken Herausforderung erforderte dies einen großen Personaleinsatz, den der Verein auf Dauer nicht leisten konnte.

2006
Im März 2006 beschloss der Verein, auf Perspektive wieder ein Wohnprojekt für obdachlose Menschen in Angriff zu nehmen. Sobald der Verein über die ausreichenden finanziellen Mittel verfügt, soll geeigneter Wohnraum angemietet werden. Darüber hinaus will der Verein interessierte wohnungslose Menschen bei der Beschaffung von eigenem Wohnraum unterstützen und ihnen betreuend und im Einzelfall auch finanziell helfen.

BfO-Arbeitsprojekte

September 1996
Wir machten schnell die Erfahrung, dass das Problem „Obdachlosigkeit“ mit der Unterbringung nur vordergründig gelöst ist. Die Unterbringung in eigenen Wohnraum allein eröffnet noch keine weitergehenden Perspektiven, da der lebensgestaltende Faktor „Arbeit“ fehlt. Aus diesem Grund begannen wir 1996 damit, ein Arbeits- und Beschäftigungsprojekt aufzubauen, welches versuchte, die besondere Situation obdachloser Menschen zu berück-sichtigen.
Inhaltlich hatten wir uns mit diesem Arbeitsprojekt ein hohes Ziel gesteckt: Es sollte einerseits eine „Trainingsfunktion“ ausüben, andererseits ein erster Schritt zu einer Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sein.
Zu diesem Zweck hatte der Verein seit September 1996 eine Lagerhalle in der Düsseldorfer Str. 139 in Köln-Mülheim angemietet. Mit einem vereinseigenen LKW wurden bei Wohnungsauflösungen, Entrümpelungen usw. Gebrauchtwaren gesammelt und in dieser Lagerhalle sortiert und gelagert. Der Vorteil dieser Art der Arbeit ist, dass sie einerseits ohne große Vorkenntnisse ausgeübt werden kann, andererseits so vielgestaltig und flexibel ist, dass wir darin den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Möglichkeiten der bei uns Beschäftigten gerecht werden können.

Januar 1997
Im Januar 1997 eröffnete der Verein in der Lagerhalle in Mülheim ein Gebrauchtwarenkaufhaus, das BasisLager, in dem Möbel, Hausrat, Kleider, Bücher und vieles mehr von Jedermann erworben werden konnten. Wir sahen darin die Möglichkeit, die entstehenden Kosten zu finanzieren und gegebenenfalls langfristig sogar Arbeitsplätze zu schaffen. Die Arbeitsplätze wurden zu einem Teil über das Programm „Hilfe zur Arbeit“ (HzA) des Sozialamtes der Stadt Köln, über das Arbeitsamt und zum anderen Teil aus Mitteln des Vereins finanziert. Insgesamt fanden im Laufe des Jahres 1997 14 Personen Beschäftigung und Arbeit in unserem Arbeitsprojekt, wovon zwei nach einiger Zeit eine feste Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt fanden.

2000
Seit 1999 verschlechterten sich für den Verein die Rahmenbedingungen: Im Zuge städtischer Sparmaßnahmen wurden frei werdende Stellen im Programm „Hilfe zur Arbeit“ nicht wieder besetzt und der Verein verfügte erst seit 2000 über finanzielle Mittel, einige Arbeitsplätze selbst zu finanzieren. So waren Anfang 2001 insgesamt acht Mitarbeiter im BasisLager Düsseldorfer Str. 139 beschäftigt: drei vom Verein finanzierte Stellen (zwei Projektleiter, ein Fahrer) und fünf HzA-Stellen für ehemals Obdachlose und Sozialhilfeempfänger.

Juli 2002
Im Frühsommer 2002 kam überraschend die Kündigung für die Lagerhalle in der Düsseldorfer Straße in Köln-Mülheim und der Verein war gezwungen, sehr kurzfristig einen adäquaten Ersatz zu finden. Nach vielen und langwierigen Bemühungen fanden wir hier in Köln-Bickendorf eine neue Halle, die den Anforderungen für ein Secondhand-Kaufhaus entsprach, aber die Mietkosten um das Vierfache anstiegen ließ. Infolge dieser hohen finanziellen Belastung und der Notwendigkeit, den Spender- und Kundenkreis am neuen Standort Silcherstraße völlig neu aufbauen zu müssen, konnte der Verein seine Aktivitäten nur darauf lenken, dass die Einnahmen aus Dienstleistungen und Verkauf so anziehen, dass damit zumindest die laufenden Mietkosten gedeckt werden können.

Oktober 2005
Mit den in das Sozialgesetzbuch II eingearbeiteten sogenannten Hartz-IV-Gesetzen vermittelt die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Sozialämter und der Arbeitsagentur für Arbeit Arbeitslosengeld-II-Bezieher in Arbeitsgelegen-heiten mit Mehraufwandsentschädigung (Integrations- bzw. 1-Euro-Jobs). Seit Oktober 2005 werden über den Verbund gemeinnütziger Kölner Möbellager e.V. Arbeitslosengeld-II-Bezieher an den Verein vermittelt. Die Einbindung von Integrationsjobs nach SGB II in das Arbeitsprojekt führt zu einer für den Selbsterhalt des Vereins dringend erforderlichen Aufstockung an Mitarbeiter zur Bewältigung der Arbeitsbereiche Transport, Werkstatt und Verkauf. Darüber hinaus können so neue Arbeitsfelder wie E-Commerce oder Öffentlichkeitsarbeit erschlossen werden, die dazu beitragen sollen, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Vereins nachhaltig positiv verläuft und so ein neues Wohn- und Beschäftigungsprojekt für obdachlose Menschen auf Perspektive aus Vereinsmitteln bestritten werden kann. Im Zuge des § 16 SGB II (Integrations-/1-Euro-Jobs) bietet der Verein Arbeitsangebote für Wohnungs- und Obdachlose an und hält so provisorisch das BfO-Arbeitsprojekt aufrecht.

Januar 2007
Zum Jahresanfang 2007 konnten wir unser Vertriebsspektrum erweitern. Nun sind wir auch im Online-Markt E-Bay zu finden. Unter dem Verkäufer-Namen "buerger_fuer_obdachlose" versuchen wir verstärkt auch dort Verkäufe erfolgreich durchzuführen. Das rege Interesse an unseren eingestellten Artikeln machte es uns leicht bei dieser Entscheidung zu bleiben. Nach kurzer Zeit war es nötig, ein zweites Konto unsere sogenannte "Bücherecke" zu eröffnen um so die Übersicht erhalten zu können. Intern bedeutete dies auch gleichzeitig eine Erweiterung unseres Basislagers um einen Arbeitsplatz in der E-Commerce Abteilung

 

 

 


 

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